Wiederansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald

Eine Teilpopulation des Luchses soll in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland - dem Pfälzerwald - etabliert werden. Das Gebiet ist Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald / Vosges du Nord mit einer Gesamtfläche von 302.800 ha.

Die wiederangesiedelten Luchse können sich in die Nordvogesen ausbreiten und langfristig im genetischen Austausch mit der Teilpopulation in den Mittel- und Südvogesen und im Weiteren mit dem Jura und den Alpen stehen.

Eine selbstständige Etablierung einer Luchs-Population im Pfälzerwald ist auf Grund des konservativen Ausbreitungsverhaltens des Luchses nicht zu erwarten. Um das frühere Vorkommensgebiet wieder zu besiedeln, ist eine Teilpopulation des Luchses zu begründen.

 

Die eigenständige Internetseite www.luchs-rlp.de informiert Sie gerne weiter.

 

Dieses zusätzliche Vorkommen würde zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur in wenigen Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist.

Die Akzeptanz für den Luchs wurde über einen langen Zeitraum behutsam aufgebaut und entwickelt. Behörden und Zivilgesellschaft arbeiteten gemeinsam an der Wertschätzung für den Luchs und schufen die Basis für die Wiederansiedlung.

Alle neun Kreisverwaltungen und kreisfreien Städte des Pfälzerwaldes begrüßen die Wiederansiedlung. Interessensgruppen aus Jägerschaft und Tierhaltung begrüßen die Rückkehr der Luchse, sowohl auf lokaler, wie auf landesweiter Ebene.

Die Naturschutzexperten der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) haben die vorgelegte Konzeption geprüft und sehr positiv bewertet. Die erforderlichen staatlichen Genehmigungen zur Auswilderung liegen vor. 

Der WWF Deutschland, SYCOPARC - die französische Verwaltungsstelle des Biospährenreservates - und die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) sind als Partner beteiligt.

Das Luchs Wiederansiedelungsprojekt wird mit 50% durch das EU LIFE-Programm gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 2,75 Mio. €.

Das Projekt ist im Januar 2015 gestartet und hat sein Büro in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt bezogen.

 

Ein ausführliches Projektexposé finden Sie >>hier.

Die Presseerklärung zum offiziellen Projektauftakt und der Forschung zur Interaktion von Reh und Luchs >> hier